28. September 2026

ARD/ZDF-Medienstudie 2026

Lineare Medien bleiben relevant, die Verschiebung zur non-linearen Mediennutzung setzt sich aber fort

Lineares Fernseh- und Radioprogramm oder Streaming, YouTube, Mediatheken und Podcasts? Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 untersucht, wie sich die Video- und Audionutzung in Deutschland verändert, und setzt eine Zeitreihe fort, die bis ins Jahr 1964 zurückreicht.

Wie sieht die Mediennutzung in Deutschland aus?

Die ARD/ZDF-Medienstudie bietet verschiedene Kennzahlen, um die Mediennutzung in Deutschland zu beschreiben und abzubilden. Die Tagesreichweiten geben an, welche Medienangebote an einem durchschnittlichen Tag genutzt werden. Dafür werden die Befragten nach ihrer Nutzung am Vortag der Befragung gefragt. Die Tagesreichweite für Videoinhalte liegt bei 89 Prozent und die für Audioinhalte bei 78 Prozent. Im Videobereich liegen die Tagesreichweiten bei linearem Fernsehen mit 56 Prozent und non-linearen Videoangeboten mit 55 Prozent (25 % Streamingdienste, 22 % Videos auf YouTube, 21 % Social Media, 11 % Mediatheken) fast gleichauf. Im Audiobereich erreicht das lineare Radio 60 Prozent, non-lineare Audioangebote 35 Prozent (22 % Musikstreamingdienste, 20 % Musik auf YouTube, 12 % Podcasts).

Die Tagesreichweite für das lineare Fernsehen nimmt mit dem Alter zu, während die der non-linearen Videoangebote abnimmt. Für lineares Fernsehen liegt die Tagesreichweite bei den 14- bis 29-Jährigen bei 25 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen bei 39 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen bei 71 Prozent und bei den ab 70-Jährigen bei 89 Prozent. Bei der non-linearen Videonutzung dreht sich das Bild: Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt die Tagesreichweite bei 88 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen bei 72 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen bei 43 Prozent und bei den ab 70-Jährigen bei 15 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Audionutzung. Die Tagesreichweite bei den 14- bis 29-Jährigen liegt bei linearem Radio bei 36 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen bei 58 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen bei 72 Prozent und bei den ab 70-Jährigen bei 68 Prozent. Bei der non-linearen Audionutzung liegt die Tagesreichweite bei den 14- bis 29-Jährigen bei 72 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen bei 47 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen bei 20 Prozent und bei den ab 70-Jährigen bei 4 Prozent.

Und wie viel Zeit verbringen die Menschen mit Medien?

Die durchschnittliche Nutzungsdauer, berechnet auf alle Befragten, egal, ob das entsprechende Medium genutzt wird oder nicht, liegt bei Videoinhalten laut aktueller Studie bei 199 Minuten am Vortag der Befragung. Auf lineares Fernsehen entfallen 116 Minuten, auf non-lineare Videoangebote 86 Minuten. Die Nutzungsdauer von Audioinhalten liegt der Studie zufolge bei 151 Minuten, auf lineares Radio entfielen 111 Minuten, auf non-lineare Audioangebote 42 Minuten.
Bei den 14- bis 29-Jährigen entfallen 88 Prozent der Videonutzungsdauer auf non-lineare Angebote, bei den Befragten ab 70 Jahren waren es 7 Prozent. Umgekehrt entfallen bei den Befragten ab 70 Jahren 93 Prozent der Videonutzungsdauer auf lineares Fernsehen. Im Audiobereich liegt der non-lineare Anteil bei den 14- bis 29-Jährigen bei 66 Prozent. Bei den 30- bis 49-Jährigen entfallen 56 Prozent der Audionutzungsdauer auf lineares Radio, bei den Befragten ab 70 Jahren 97 Prozent.

Methodik

Insgesamt wurden für die diesjährige Studie 2.462 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt: 70 Prozent davon per Telefon auf Basis einer repräsentativen Dual-Frame-Stichprobe und 30 Prozent über ein Onlinepanel. Die Erhebung wurde vom Institut GIM zwischen dem 27. Januar und 19. April 2026 durchgeführt.

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