dbb Bürgerbefragung zum Öffentlicher Dienst
Einschätzungen, Erfahrungen und Erwartungen der Menschen im Jahr 2025
Berlin, den 5. November 2025 – Wie zufrieden sind die in Deutschland lebenden Menschen mit Verwaltung und Behörden? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt der neuesten des deutschen Beamtenbunds dbb-Studie des dbb zum öffentlichen Dienst.

Wahrnehmung staatlicher Überforderung
Die meisten Befragten finden, dass der Staat mit der Asyl- und Flüchtlingspolitik überfordert ist. 30 Prozent (2019 30 %) der Befragten nennen diesen Bereich als größte Schwachstelle des Staats, gefolgt von den sozialen Sicherungssystemen und der Rente mit 16 Prozent (2019 11 %), der Schul- und Bildungspolitik mit 15 Prozent (2019 19 %) sowie der Steuer- und Finanzpolitik mit 13 Prozent (2019 8 %). Auch bei der inneren Sicherheit (12 %) und der Gesundheitsversorgung (11 %) sehen viele Bürger*innen deutlichen Verbesserungsbedarf.
Erwartungen an Verwaltung und Politik
Die Befragten formulieren klare Erwartungen an Verwaltung und Politik. 85 Prozent wünschen sich eine deutliche Verringerung und Vereinfachung der Vorschriften. 79 Prozent fordern kürzere Bearbeitungszeiten in Behörden, 66 Prozent wünschen sich ein größeres Angebot an Online-Dienstleistungen und 58 Prozent sprechen sich für klarere Zuständigkeiten in den Behörden aus. 33 Prozent halten Schulungen für die Beschäftigten für wichtig und 31 Prozent längere Öffnungszeiten.
Digitalisierung der Verwaltung
Auch die Auswirkung der Digitalisierung wird unterschiedlich bewertet. 53 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die Leistungsfähigkeit „sehr viel“ oder „viel“ verbessern wird. 43 Prozent rechnen hingegen nur mit geringen Effekten. Gute und sehr gute Erfahrungen mit Online-Diensten der Verwaltung haben bereits 42 Prozent gemacht, 30 Prozent hingegen schlechte.
Wahrnehmung der Kosten des öffentlichen Dienstes
Die Hälfte der Befragten, 50 Prozent, ist der Ansicht, der öffentliche Dienst koste die Steuerzahler*innen zu viel, 41 Prozent sehen das nicht so.
Ansehen von Berufsgruppen
Beim Ansehen einzelner Berufsgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede. Das höchste Ansehen genießen Feuerwehrleute mit 92 Prozent (sehr hohes/hohes), gefolgt von Krankenpflegekräften mit 89 Prozent, Altenpflegerkräfte mit 87 Prozent sowie Ärzt*innen mit 82 Prozent. Polizist*innen erreichen 79 Prozent, Erzieher*innen 77 Prozent und Richter*innen 68 Prozent. Beamt*innen liegen mit 35 Prozent im Mittelfeld. Politiker*innen erreichen 11 Prozent, Versicherungsvertreter*innen 7 Prozent sowie Mitarbeitende in Werbeagenturen mit 5 Prozent.
Wichtigste Aufgaben des Staates
Zu den wichtigsten Aufgaben des Staates gehört laut Studie die Verbesserung der Infrastruktur und Verkehrsstruktur und liegt mit 52 Prozent „sehr wichtig“ an erster Stelle, gefolgt von der Reform und Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme mit 49 Prozent sowie dem Ausbau und der Stärkung des Katastrophenschutzes mit 45 Prozent.
Methodik
Im Auftrag des dbb beamtenbund und tarifunion hat forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH auch im Jahr 2025 untersucht, wie der öffentliche Dienst und seine Leistungen von den Menschen in der Bundesrepublik wahrgenommen werden. Die Erhebung fand im Juli 2025 statt. Befragt wurden 2.011 repräsentativ ausgewählte Personen. Wie bereits seit 2020 wurde die Erhebung online mithilfe des forsa.omninet-Panels durchgeführt, einem für die deutsche Online-Bevölkerung ab 14 Jahren repräsentativen Panel.
Weitere Infos hier: https://www.dbb.de/fileadmin/user_upload/globale_elemente/pdfs/2025/250903_Buergerbefragung_oeffentlicher_Dienst_Hauptbefragung_aktuell_.pdf
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