KI und Digitalisierung im Gesundheitswesen
Dr. KI: Wenn der Chatbot zum medizinischen Ratgeber wird
Berlin, den 3. Dezember 2025 – Eine aktuelle Untersuchung der Bitkom beleuchtet den wachsenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Gesundheitsanwendungen in Deutschland.

Nutzung von KI-Chatbots in der Gesundheitsversorgung
Bereits 45 Prozent der Deutschen nutzen KI-Chatbots, um Symptome zu recherchieren oder allgemeine Gesundheitsfragen zu stellen. Unter den Nutzer*innen von KI-Chatbots vertrauen etwa 55 Prozent den Antworten der KI bei gesundheitlichen Anliegen, wobei 50 Prozent der Befragten angeben, ihre Symptome mit der Hilfe von KI besser zu verstehen als bei einer klassischen Internetsuche. 30 Prozent empfinden die Nutzung von KI-Chatbots als ähnlich wertvoll wie die Zweitmeinung von Ärzt*innen und 16 Prozent haben bereits ärztliche Empfehlungen zugunsten eines KI-Chatbots ignoriert. Trotz dieser positiven Resonanz gibt es bei vielen Unsicherheiten: 39 Prozent der Befragten wissen nicht, wie viele persönliche Gesundheitsinformationen sie einem KI-Chatbot anvertrauen sollen.
Einstellungen und Bedenken gegenüber KI im Gesundheitswesen
Die Einstellung der Deutschen zum Einsatz von KI im Gesundheitswesen ist überwiegend positiv. 71 Prozent der Befragten stehen dem Thema grundsätzlich positiv gegenüber, wobei 27 Prozent sehr positiv und 44 Prozent eher positiv eingestellt sind. Ein Großteil der Bevölkerung erkennt auch die Notwendigkeit der Digitalisierung des Gesundheitssystems. 81 Prozent sind der Meinung, dass das System ohne Digitalisierung nicht zukunftsfähig ist, und 80 Prozent wünschen sich eine schnellere Umsetzung der digitalen Transformation. Zudem befürworten 74 Prozent den Einsatz von KI zur Einholung einer Zweitmeinung, während 72 Prozent KI als sinnvoll für die Erstellung von Diagnosen und Therapieempfehlungen ansehen. 71 Prozent der Deutschen haben Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und eines möglichen Missbrauchs der gesammelten Daten im Gesundheitswesen. Ebenso sorgt sich eine Mehrheit von 69 Prozent um eine geringere menschliche Zuwendung in der Behandlung, wenn KI vermehrt eingesetzt wird. 56 Prozent befürchten Fehlentscheidungen durch KI, und 21 Prozent machen sich Sorgen, dass die Entscheidungen der KI für Patient*innen nicht nachvollziehbar sind.
Förderung und Vertrauen in KI im Gesundheitswesen
Die Unterstützung für den verstärkten Einsatz von KI in der Medizin ist jedoch klar: 76 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Ärzt*innen KI-Unterstützung erhalten sollten, wann immer es möglich ist. Zudem wünschen sich 69 Prozent eine stärkere Förderung des Einsatzes von KI in der Medizin, und 48 Prozent glauben, dass KI in bestimmten Fällen bessere Diagnosen stellen kann als Ärzt*innen. Fast die Hälfte der Befragten (46 %) ist einverstanden damit, ihre Gesundheitsdaten zum Training von KI-Modellen zur Verfügung zu stellen.
Elektronische Patientenakte (ePA)
Ein weiteres zentrales Thema der Studie ist die elektronische Patientenakte (ePA). 62 Prozent der Befragten wünschen sich einen persönlichen Zugang zur ePA, um ihre Gesundheitsdaten jederzeit einsehen zu können. 76 Prozent erkennen die Vorteile der ePA, insbesondere die Verfügbarkeit ihrer Gesundheitsdaten für Ärzt*innen, während 62 Prozent davon ausgehen, dass durch die ePA Doppeldiagnosen und Behandlungsfehler vermieden werden können. Dennoch gibt es auch hier Bedenken: 63 Prozent befürchten, dass ältere oder weniger digital-affine Menschen durch die ePA benachteiligt werden könnten, und 46 Prozent fühlen sich über die Nutzung der ePA nicht ausreichend informiert. Zudem empfinden 36 Prozent die Handhabung der ePA als zu kompliziert.
Einstellungen zur Digitalisierung des Gesundheitswesens
Schließlich zeigt die Studie, dass 88 Prozent der Deutschen die Digitalisierung des Gesundheitswesens grundsätzlich begrüßen. 46 Prozent sehen in der Digitalisierung eine Möglichkeit zur Kostensenkung, und 43 Prozent glauben, dass sie ein wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen darstellt.
Methodik
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.145 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 38 bis KW 43 2025 statt. Die Umfrage ist repräsentativ.
Weitere Infos hier: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Dr-KI-Chatbot-medizinischer-Ratgeber
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