Der idealo Sparreport 2026

Konsumgewohnheiten in anhaltenden Krisenzeiten
Finanzielle Lage und wahrgenommener Druck
Die finanzielle Situation der Befragten der Studie zeigt sich 2026 insgesamt einigermaßen stabil, aber angespannt. Während sich die finanzielle Lage bei 32 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten verbessert hat und 39 Prozent keine Veränderung feststellen, berichten 28 Prozent von einer Verschlechterung. Gleichzeitig scheint der finanzielle Druck für einige Befragte hoch: 44 Prozent mussten aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten auf Rücklage zurückgreifen, 42 Prozent konnten dies vermeiden und 14 Prozent verfügen über keinerlei finanzielle Reserven. Deutlich ist allerdings die subjektive Belastung der befragten im Alltag. So achten 81 Prozent verstärkt auf Ausgaben, 67 Prozent sorgen sich, mit ihrem Geld nicht auszukommen und 85 Prozent geben an, dass die Preise stärker steigen als ihr Einkommen.
Preiswahrnehmung, Konsumverhalten und Kaufentscheidungen
Obwohl viele der Befragten weiterhin eine angespannte finanzielle Lage wahrnehmen, hat sich die Einschätzung der Preisentwicklung zuletzt leicht verändert. 66 Prozent gehen inzwischen davon aus, dass die Preise eher stagnieren, 22 Prozent von weiter steigenden Preisen ausgehen. Gleichzeitig bleibt das Konsumverhalten insgesamt zurückhaltend: 49 Prozent sehen ihren Konsum unverändert, 44 Prozent geben an, weniger zu konsumieren, 11 Prozent gehen davon aus, dass die Preise sinken werden, und nur 6 Prozent haben ihren Konsum im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Beim Einkauf spielt der Preis eine zentrale Rolle: 92 Prozent der Befragten nennen ihn als besonders oder eher wichtiges Kriterium, dicht gefolgt von der Qualität der Produkte mit 90 Prozent. Nachhaltigkeit (46 %) und Marke (41 %) sind dagegen deutlich weniger entscheidend. Trotz dieser starken Preisorientierung gönnen sich 52 Prozent gelegentlich Produkte, die ihnen eigentlich zu teuer erscheinen, da sie bewusst auf zu starke Einschränkungen verzichten möchten.
Konsumverzicht im Alltag und Sparziele
Im Alltag wird am häufigsten bei Bekleidung und Accessoires gespart (52 %), gefolgt von Hobby- und Freizeitbedarf (42 %) sowie Elektronik (41 %). 32 Prozent schränkt sich auch beim Kauf von Lebensmitteln ein. Bei Freizeit- und Kulturangeboten zeigt sich bei Einschränkungen besonders die Gastronomie betroffen (52 %), ebenso Kino (46 %), Nachtleben (45 %) sowie Konzerte und Festivals (45 %). 41 Prozent sparen gezielt für Reisen und Urlaub und 55 % planen einen Urlaub von mehr als sieben Tagen. 41 Prozent sparen für einen finanziellen Puffer und 37 Prozent für die Altersvorsorge. Allerdings würden 15 Prozent gerne sparen, aber nicht über die nötigen Mittel verfügen.
Sparstrategien im Alltag und Einkaufsverhalten
60 Prozent der Befragten legen feste Ausgabenlimits fest. Beim Einkauf vergleichen 62 Prozent gezielt Preise, 56 Prozent achten auf Sonderangebote und 48 Prozent nutzen Rabattcoupons. 44 % greifen verstärkt auf No-Name- und Eigenmarken zurück. Der Preisvergleich erfolgt besonders häufig bei Alltagsprodukten (73 %) und größeren Anschaffungen (70 %). Zudem nutzen inzwischen 20 Prozent KI-gestützte Einkaufsassistenten und Chatbots. Auch internationale Online-Marktplätze gewinnen an Bedeutung. 55 Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten bei Plattformen wie Temu, Shein, AliExpress, Wish oder Joybuy bestellt.
Einfluss geopolitischer Krisen auf das Konsumverhalten
60 Prozent der Befragten sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der geopolitischen Lage und ihren Kaufentscheidungen. 46 Prozent treffen Kaufentscheidungen langsamer, 37 Prozent verschieben größere Anschaffungen auf wirtschaftlich stabilere Zeiten. 22 Prozent kaufen aus Sorge vor Lieferengpässen verstärkt auf Vorrat und 21 Prozent wählen bevorzugt europäische Produkte aus. Zudem äußern 76 Prozent Skepsis gegenüber Großkonzernen und Händlern, denen sie vorwerfen, von der angespannten Lage zu profitieren.
Methodik
Die Daten wurden vom Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag von idealo erhoben. An der landesweiten Online-Befragung 22. April bis 6. Mai 2026, nahmen 2.005 Personen teil. Die Ergebnisse sind repräsentativ gewichtet für die Bevölkerung in Deutschland zwischen 18 und 64 Jahren.
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