Freizeit, Mediennutzung und Wohlbefinden Jugendlicher in Deutschland

Ergebnisse der Langzeitstudie „JIMplus 2026“
Die „JIMplus-Studie 2026“, die die jährliche quantitative JIM-Studienreihe (Jugend, Information, Medien) ergänzt, befasst sich mit dem digitalen Wohlbefinden junger Menschen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren in Deutschland. Sie will aufzeigen, wie junge Menschen die Chancen und Belastungen digitaler Medien erleben und welche Auswirkungen dies auf ihr digitales Wohlbefinden hat.
Freizeitaktivitäten im analogen und digitalen Raum
Im Offline-Bereich stellt das Treffen mit Freund*innen die häufigste Aktivität dar. Auf die Frage was die Jugendlichen regelmäßig in Ihrer Freizeit machen, nannten dies 78 Prozent der Mädchen und 73 Prozent der Jungen. Zeit mit der eigenen Familie nennen 63 Prozent der Mädchen und 61 Prozent der Jungen. Erhebliche Abweichungen zeigen sich beim Lesen (Bücher, Comics). Während 53 Prozent der Mädchen diese Aktivität ausführen, liegt der Anteil bei den Jungen bei nur 29 Prozent. Ähnlich stark differenziert ist das Kochen und Backen, dem 54 Prozent der Mädchen und 20 Prozent der Jungen nachgehen. Einzelsport (z. B. Joggen, Fitness, Yoga) wird von 40 Prozent der Mädchen und 42 Prozent der Jungen betrieben. Mannschaftssport hingegen von 41 Prozent der Jungen und 27 Prozent der Mädchen.
Im Bereich digitaler und medialer Aktivitäten dominiert bei den Mädchen das Hören von Musik oder Podcasts (82 %), gefolgt von der Nutzung sozialer Netzwerke (81 %). Bei den Jungen nutzen 70 Prozent soziale Netzwerke und 69 Prozent hören Musik oder Podcasts. Zudem geben 79 Prozent der Jungen an, zu spielen (Gaming); bei den Mädchen liegt dieser Wert bei 34 Prozent. Das Ansehen von Filmen, Serien oder Shows nutzen 75 Prozent der Mädchen und 64 Prozent der Jungen.
Wohlbefinden bei Freizeitaktivitäten
Über alle Freizeitaktivitäten hinweg fühlen sich Jugendliche am wohlsten, wenn sie Zeit mit Freund*innen verbringen (64 %). Unter den Mädchen folgen auf den weiteren Plätzen die Zeit mit der Familie (47 %) und Mannschaftssport (46 %). Bei den Jungen rangieren Mannschaftssport (59 %) und Gaming (49 %) direkt hinter den Treffen mit Freund*innen (73 %). Obwohl 76 Prozent aller befragten Jugendlichen Social-Media nutzen, wählen diese lediglich 19 Prozent unter den Top 3 Aktivitäten, bei denen sie sich am wohlsten fühlen.
Handynutzung und Social Media-Präferenzen
Das erste eigene Smartphone besitzen 16 Prozent der Jugendlichen bereits im Alter von unter 10 Jahren, so die Studie. 50 Prozent erhalten es mit 10 oder 11 Jahren und 27 Prozent mit 12 oder 13 Jahren. Unter den Social-Media-Kanälen hat YouTube das früheste Einstiegsalter. 24 Prozent der starteten vor dem 10. Lebensjahr, weitere 30 Prozent im Alter von 10 oder 11 Jahren. Der Einstieg in die Plattformen TikTok (47 %), Snapchat (47 %) und Instagram (43 %) erfolgt hingegen mehrheitlich im Alter von 12 oder 13 Jahren. Hinsichtlich der täglichen Nutzungsdauer weist TikTok die höchste Intensität auf.13 Prozent der befragten Jugendlichen nutzen die Plattform täglich mehr als 3 Stunden, bei YouTube sind es 7 Prozent, bei Instagram und Snapchat jeweils 6 Prozent. Auf die Frage, welche Plattform am meisten vermisst würde, wenn es sie nicht mehr gäbe (bis zu 3 Nennungen), nennen Jungen am häufigsten YouTube (46 %), gefolgt von TikTok (25 %) und Instagram (22 %). Bei den Mädchen steht TikTok mit 37 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Instagram (35 %), Snapchat (31 %) und YouTube (29 %).
Methodik
Zielgruppe der Studie bilden Jugendliche im Alter von14 bis 17 Jahren in Deutschland. Die Studie gliedert sich in eine qualitative und eine quantitative Phase. Das qualitative Modul diente als Grundlage für die Entwicklung des Fragebogens der quantitativen Befragung. Für den quantitativen Teil wurden vom 13. bis 27. Mai 2026 800 Jugendliche in Deutschland in einem Online-Acsess-Panel befragt. Die Stichprobe wurde repräsentativ für die Altersgruppe nach Alter, Geschlecht und Bundesland quotiert. (gemäß Zensus 2022. Das durchführende Institut war phaydon research+consulting. Herausgeber der Studie ist der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs), eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks (SWR).
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