Jugend in Europa 2025
Zustimmung zu Demokratie und EU – aber Reformbedarf deutlich
Berlin, 23. Juli 2025 – Die TUI Stiftung hat ihre aktuelle Jugendstudie „Junges Europa“ veröffentlicht. Die Mehrheit der Menschen im Alter zwischen 16 bis 26 Jahren in Europa steht zur Demokratie und zur Europäischen Union, fordern aber spürbare Veränderungen – sowohl im politischen System ihrer Länder als auch im Funktionieren der EU.

Zustimmung zur Demokratie – mit Einschränkungen
57 Prozent der Befragten zwischen 16 und 26 Jahren ziehen die Demokratie uneingeschränkt jeder anderen Regierungsform vor. In Deutschland liegt dieser Wert mit 71 Prozent deutlich über dem Durchschnitt, in Polen bildet er mit 48 Prozent das Schlusslicht. 21 Prozent aller Befragten bevorzugen in bestimmten Situationen eine autoritäre Staatsform. Fünf Prozent der Deutschen in der Altersgruppe geben an, dass es ihnen egal ist, ob sie in einer Demokratie leben.
Große Unzufriedenheit mit politischen Systemen
sechs Prozent der Befragten finden, das politische System ihres Landes funktioniere gut und müsse nicht verändert werden. In Deutschland liegt dieser Anteil bei neun Prozent. Rund 39 Prozent halten das System für grundsätzlich funktionsfähig, sehen aber Reformbedarf – in Deutschland sind es 55 Prozent. In Griechenland sagen 34 Prozent, das System funktioniere überhaupt nicht. Europaweit liegt dieser Anteil in dieser Altersgruppe bei 14 Prozent, in Deutschland bei acht Prozent.
EU: Grundidee positiv, Umsetzung kritisch bewertet
Zwei Drittel der Befragten bewerten die EU-Mitgliedschaft ihres Landes positiv; in Deutschland sind es 80 Prozent. In Großbritannien wünschen sich 73 Prozent in der Altersgruppe eine Rückkehr zur EU. Zugleich halten 51 Prozent der jungen Menschen in Europa die EU für eine gute Idee, die aber schlecht umgesetzt werde. 53 Prozent kritisieren, dass sich die EU zu oft mit nebensächlichen Themen beschäftige. 40 Prozent empfinden sie zudem als nicht besonders demokratisch.
Erwartungen an die EU: Lebenshaltungskosten und Sicherheit
36 Prozent der Befragten fordern eine stärkere Entlastung bei Lebenshaltungskosten. 25 Prozent sehen den Schutz vor äußeren Bedrohungen als vorrangige Aufgabe. Für 23 Prozent stehen Wirtschaftswachstum und Klimaschutz im Vordergrund. 42 Prozent zählen die EU zu den drei wichtigsten geopolitischen Akteuren, deutlich weniger als die USA (83 Prozent), China (75 Prozent) oder Russland (57 Prozent). 51 Prozent glauben, Europa könne nur dann international konkurrenzfähig sein, wenn es sich grundlegend verändert.
Einstellungen zu Migration, Klima und Gleichstellung
Die Zustimmung zu einer stärkeren Begrenzung von Migration ist in der Altersgruppe von 26 Prozent im Jahr 2021 auf 38 Prozent in 2025 gestiegen. Das Thema Klimaschutz verliert an Priorität: 32 Prozent fordern eine klare Vorrangstellung des Klimaschutzes vor Wirtschaftswachstum (2021: 44 %), 23 Prozent sehen das Gegenteil. Zudem erwarten 38 Prozent der Befragten mehr staatliches Engagement für Gleichstellung, Deutschland sind es 44 Prozent. 20 Prozent der Befragten in der Altersgruppe in Europa (17 % in Deutschland) empfinden die Gleichstellungsmaßnahmen als übertrieben, 33 Prozent (XX % in Deutschland) zeigen sich unentschieden.
Methodik
Die Befragung wurde vom Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der TUI Stiftung durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 6.703 Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland, Polen und Großbritannien. Für die Online-Befragung wurde die Stichprobe repräsentativ für die Altersgruppe quotiert. Die Erhebung fand im Zeitraum von April bis Mai 2025 statt. Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie von Prof. Dr. Thorsten Faas (Freie Universität Berlin).
Weitere Infos hier: www.tui-stiftung.de
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