10. September 2026

Social-Media-Report „Jugend zwischen Like und Limit“ 2026

Vier Jugendliche sitzen lachend auf einer Mauer am See in sommerlicher Kleidung

TK-Studie zeigt Spannungsfeld zwischen positiver Social-Media-Bewertung, Verbotswunsch und gesundheitlichen Auffälligkeiten

Der Social-Media-Report „Jugend zwischen Like und Limit“ der Techniker Krankenkasse (TK) untersucht die Nutzung und Wahrnehmung von Social Media durch Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren.

Positive Bewertung trotz Wunsch nach einem Verbot

80 Prozent der befragten 12- bis 17-Jährigen geben an, dass ihnen Social Media gut oder eher guttut; 15 Prozent sagen, dass es ihnen eher nicht oder gar nicht guttut. Trotz dieser hohen Werte sind 55 Prozent für ein generelles Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche beziehungsweise für ein Verbot bis zu einem gewissen Alter (generelles Verbot 8 Prozent, , Verbot bis zu einem gewissen Alter 47 Prozent). Laut Studie sprechen sie sich im Durchschnitt für eine Altersgrenze von 14 Jahren aus. 39 Prozent der Befragten lehnen ein Verbot ab.

Was Jugendliche an Social Media nervt und stresst

Gefragt nach den Dingen, die sie an Social Media am meisten nerven oder stressen, geben 57 Prozent der Befragten zu viel Werbung an. Es folgen Fake News mit 52 Prozent, zu viel Online-Zeit mit 36 Prozent, Mobbing und Beleidigungen mit 35 Prozent sowie unangemessene Bilder oder Videos, beispielsweise mit gewalttätigen Inhalten, mit 31 Prozent.

Viel Zeit auf Social Media und gesundheitliche Auffälligkeiten

Je länger Jugendliche Social Media pro Tag nutzen, desto häufiger berichten sie von negativen Gefühlen und körperlichen Beschwerden. So haben 49 Prozent der Jugendlichen, die pro Tag vier Stunden oder mehr Social Media nutzen, deutlich häufiger schlechte Laune als diejenigen, die ein bis zwei Stunden pro Tag nutzen (20 %). Bei Gefühlen wie Unsicherheit und Zweifel liegen die Werte bei 41 Prozent (bei vier Stunden oder mehr tägliche Nutzung) gegenüber 22 Prozent (bei ein bis zwei Stunden tägliche Nutzung). Bei Unzufriedenheit mit sich selbst sind es 40 Prozent gegenüber 22 Prozent, bei Gereiztheit oder Wut 39 Prozent gegenüber 14 Prozent, bei innerer Unruhe 39 Prozent gegenüber 17 Prozent und bei Erschöpfung 39 Prozent gegenüber 22 Prozent.
Zudem berichten Jugendliche, die täglich vier Stunden oder mehr auf Social Media sind, häufiger (38 %) von Schlafproblemen als diejenigen, die täglich ein bis zwei Stunden Social Media nutzen 14 Prozent). Bei Kopfschmerzen oder Migräne liegen die Werte bei 37 Prozent gegenüber 12 Prozent, bei Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen bei 30 Prozent gegenüber 17 Prozent, bei Bauchschmerzen bei 28 Prozent gegenüber 12 Prozent und bei gereizten Augen bei 22 Prozent gegenüber 8 Prozent.

Selbstfürsorge

Ein bewusster Umgang mit Social Media ist längst ein wichtiger Bestandteil von Selbstfürsorge und Medienkompetenz geworden. Dass viele junge Erwachsene bereits aktiv handeln, zeigen aktuelle Zahlen aus der Studie. Rund 37 Prozent entfolgen oder blockieren bestimmte Profile, während 28 Prozent Benachrichtigungen ausschalten, um ständige Ablenkungen zu vermeiden. Zudem nehmen sich 26 Prozent bewusst handyfreie Zeiten, 25 Prozent legen ihr Handy an einen anderen Ort, und 24 Prozent melden Beiträge, die fake oder unangemessen sind, um so eigenverantwortlich für mehr Wohlbefinden und Sicherheit im Netz zu sorgen.

Unterstützung bei der Nutzung von Social Media

Auf die Frage, was den Jugendlichen helfen würde, Social Media gut und sicher zu nutzen, nennen 48 Prozent der Befragten Lernvideos zu den Gefahren von Social Media auf den Plattformen selbst. 46 Prozent sprechen sich für speziell geschulte Ansprechpersonen wie Medienscouts in der Schule aus. 43 Prozent wollen mehr Gespräche mit den Eltern und 42 Prozent sind der Meinung, dass ihnen Social-Media-Workshops oder -Projekte helfen könnten. 12 Prozent geben an, dass keine Unterstützung nötig ist.

Methodik

Für die Online-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut eye square im April und Mai 2026 bundesweit insgesamt 1.400 Personen im Alter von 12 bis 17 Jahren befragt. Die Stichprobe entspricht nach Angaben der Techniker Krankenkasse einem repräsentativen Abbild dieser Altersgruppe in Deutschland.