Studie zu finanzieller Sicherheit, Sparverhalten und Schuldenlage in Deutschland
Zwischen Sparkurs und Schuldenlast
Berlin, den 18. Dezember 2025 – Eine Studie von YouGov zeigt, dass sich die finanzielle Unsicherheit durch alle Generationen zieht, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung.

Insgesamt fühlen sich nur 49 Prozent der Deutschen finanziell abgesichert; Frauen nur zu 45 Prozent und Männer zu 54 Prozent. Am finanziell sichersten schätzen sich die Boomer (Jahrgang 1946–1964) mit 55 Prozent und die Millennials (Jahrgang 1981–1996) mit 51 Prozent ein, Gen Z (Jahrgang 1997–2012) und Gen X (Jahrgang 1965–1980) jeweils nur zu 43 Prozent.
Ängste und Belastungen
Die Sorge, nie genug für schlechtere Zeiten zurücklegen zu können, ist besonders bei den Millennials (1981–1996) ausgeprägt: 48 Prozent von ihnen äußern diese Angst. Unter den Gen Z (1997–2012) teilen 45 Prozent diese Befürchtung, während bei den Boomer+ (vor 1964) zu 37 Prozent daran zweifeln, ausreichend Rücklagen bilden zu können. Auch alltägliche kleine Ausgaben bereiten den Befragten Sorgen. In der Gen Z (1997–2012) sagen 37 Prozent, dass sie sich keinen kleinen Luxus leisten können, bei den Millennials (1981–1996) sind es 38 Prozent, in der Gen X (1965–1980) 31 Prozent und unter den Boomer+ (vor 1964) nur 25 Prozent.
Schuldenverteilung und Stressbelastung besonders bei der Gen Z und den Millennials
Den YouGov-Daten zufolge haben 12 Prozent der Gen Z (1997–2012) und 19 Prozent der Millennials ungesicherte Schulden (ohne Immobilienfinanzierungen oder Hypotheken). Bei den Betroffenen beläuft sich die Höhe der Verbindlichkeiten in 48 Prozent (Gen Z) bzw. 41 Prozent (Millennials) der Fälle auf 1.000 bis 9.999 Euro; 15 Prozent der Gen Z und 27 Prozent der Millennials tragen sogar Schulden zwischen 10.000 und 49.999 Euro. Besonders belastend wirkt sich dies emotional aus: 74 Prozent der Gen Z (1997–2012) empfinden Stress durch ihre Schulden, unter Gen Z Frauen sind es sogar 82 Prozent.
Budgetdisziplin und Vorsichtsverhalten
Trotz dieser Unsicherheiten zeigt sich ein ausgeprägtes Bewusstsein für finanzielles Management. 77 Prozent der Gen Z (1997–2012) und Millennials (1981–1996) achten heute stärker auf ihre Ausgaben als früher. Gerade in der Haushaltsplanung: 65 Prozent der Gen Z (1997–2012) und 60 Prozent der Millennials (1981–1996) können sich ein Budget setzen und dieses einhalten. In der Gen X (1965–1980) gelingt das 51 Prozent der Befragten, während es unter den Boomer+ (vor 1964) 55 Prozent sind. Gleichzeitig äußern 75 Prozent der Gen Z (1997–2012) und 72 Prozent der Millennials (1981–1996) die Absicht, im kommenden Jahr mehr zu sparen. Bei der Gen X (1965–1980) geben dies 58 Prozent an, bei den Boomer+ (vor 1964) nur 42 Prozent. Frauen planen insgesamt etwas häufiger zu sparen als Männer, 62 Prozent gegenüber 59 Prozent.
Strategien zur finanziellen Selbstkontrolle
Fast ein Drittel (31 %) der Gen Z (1997–2012) und Millennials (1981–1996) verschiebt bewusst Geld zwischen verschiedenen Konten, um impulsives Ausgeben zu vermeiden. Diese Vorgehensweise findet in der Gen X (1965–1980) nur bei 16 Prozent und in der Boomer+-Generation (vor 1964) lediglich bei 10 Prozent Anwendung.
Methodik
YouGov Profiles basiert auf einer kontinuierlich erhobenen Datenquelle aus fortlaufenden Online-Umfragen mit registrierten YouGov-Panelteilnehmern. Datensätze werden wöchentlich aktualisiert und umfassen jeweils 52 Wochen. Die Erhebung wird nach Alter, Geschlecht und Region repräsentativ für für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren quotiert und anschließend entsprechend gewichtet.. Ausgewerteter Datensatz vom 26. Oktober 2025.
Weitere Infos hier: https://yougov.de/consumer/articles/53614-zwischen-schulden-und-sparkurs-finanzielle-sicherheit-scheint-fur-viele-unerreichbar
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