Wie steht es im Jahr 2025 um die Förderung von Frauen in deutschen Unternehmen?
Geringe Fortschritte trotz klarer Ziele
Berlin, der 6. Mai 2026 2025 – Eine Studie der Bitkom aus dem Jahr 2025 untersucht den Frauenanteil in IT- und Digitalberufen in Unternehmen in Deutschland und analysiert Maßnahmen und Hürden bei der Förderung von Frauen.

Niedriger Frauenanteil in vielen Unternehmen
64 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass weniger als die Hälfte ihrer Beschäftigten weiblich ist. Lediglich 19 Prozent berichten von einer annähernd gleich verteilten Besetzung. Besonders hoch ist die Ungleichverteilung im IT- und Digitalbereich. In 94 Prozent der Unternehmen schätzen ihren Frauenanteil in dem Bereich auf weniger als die Hälfte. Zwar haben sich 52 Prozent der Unternehmen interne Ziele zur Erhöhung des Frauenanteils gesetzt, doch nur 9 Prozent haben diese bislang erreicht und 44 Prozent haben bisher keine Ziele definiert.
Begrenzte Maßnahmen zur Förderung
Nur ein Teil der Unternehmen setzt gezielte Maßnahmen ein, um den Anteil an Frauen im Unternehmen zu erhöhen.. So nutzen 15 Prozent speziell zugeschnittene Social-Media-Kampagnen, und 24 Prozent greifen auf Recruiting-Programme wie (Hoch-)Schulkooperationen zurück. Gleichzeitig haben 39 Prozent der Unternehmen keine klar verantwortliche Person oder Stelle definiert, die sich mit der Erhöhung des Frauenanteils im Unternehmen beschäftigt.
Strukturelle Hürden bleiben zentral
Größe Herausforderungen sehen die Unternehmen in Gesellschaft und Politik, , aber auch bei sich selbst. 55 Prozent sehen eine mangelhafte Betreuungsinfrastruktur als Hindernis. Hürden beim Wiedereinstieg (59 %) und beim Quereinstieg (52 %) erschweren zusätzlich den Zugang für Frauen in die Unternehmen. Ebenso werden fehlende Frauennetzwerke (52 %) sowie traditionelle Rollenbilder (53 %) als relevante Faktoren dafür genannt. Jeweils 50 Prozent der Unternehmen führen außerdem eine männlich geprägte Unternehmenskultur sowie ungenügend qualifizierte Bewerberinnen als Herausforderungen an.
Positive Effekte – aber auch Skepsis
Trotz der bestehenden Hürden erkennen viele Unternehmen Vorteile in der Erhöhung ihrer Frauenanteile. 88 Prozent sind der Meinung, dasss gemischte Teams aus Männern und Frauen zu einem besseren Betriebsklima beitragen, 81 Prozent sprechen Frauen zu neue Impulsen und Ideen im Team einzubringen. 23 Prozent halten Frauenförderung für nicht mehr notwendig, während 17 Prozent es lediglich als temporären Trend betrachten.
Methodik
Die Ergebnisse basieren auf zwei Befragungen von Bitkom Research: einer repräsentativen, computergestützten Telefonbefragung (CATI) unter 605 Unternehmen in Deutschland mit mindestens 20 Beschäftigten (Zielpersonen: Geschäftsführung und HR-Leitung), durchgeführt zwischen KW 51 2024 und KW 6 2025, sowie einer ergänzenden Online-Befragung unter 198 Führungskräften aus Bitkom-Mitgliedsunternehmen der Digitalwirtschaft (KW 2 bis 4 2025). Letztere ist nicht repräsentativ.
Weitere Infos hier:http://bitkom.org/Studienberichte/2025/Frauen-IT-Digitalberufe
Bild von Freepik
