19. Oktober 2026

Morgen mach ich’s. Oder übermorgen?

Ergebnisse der hkk Gesundheitsumfrage

Aufgaben aufschieben, auf die richtige Stimmung warten, kurz vor der Frist alles erledigen – „Verschieberitis“ oder im Fachjargon Prokrastination – gehört für viele zum Alltag. Doch Aufschieben ist nicht immer eine Frage der Disziplin. Die hkk Gesundheitsumfrage 2026 untersucht, wie verbreitet das Aufschieben in Deutschland ist und was dahinter stecken kann.

Junge Erwachsene schieben häufiger auf

Von den 18- bis 34-Jährigen ertappen sich 57 Prozent oft dabei, Aufgaben aufzuschieben. Bei den 35- bis 59-Jährigen sind es 52 Prozent und bei den ab 60-Jährigen 40 Prozent. Bevor sie mit der Arbeit anfangen, warten 52 Prozent der 18- bis 34-Jährigen, bis sie in der richtigen Stimmung sind. Bei den 35- bis 59-Jährigen sind es 36 Prozent, bei den ab 60-Jährigen 39 Prozent.

Am größten ist der Abstand zwischen den Altersgruppen bei der Ablenkbarkeit: 55 Prozent der 18- bis 34-Jährigen lassen sich beim Arbeiten schnell ablenken, bei den 35- bis 59-Jährigen 37 Prozent und bei den ab 60-Jährigen 20 Prozent. 51 Prozent der 18- bis 34-Jährigen erledigen anstehende Aufgaben meistens in letzter Minute, bei den 35- bis 59-Jährigen 32 Prozent und bei den ab 60-Jährigen sind es 27 Prozent. Oft Schwierigkeiten, wichtige Aufgaben in Angriff zu nehmen, haben 46 Prozent der 18- bis 34-Jährigen, 29 Prozent der 35- bis 59-Jährigen und 22 Prozent der ab 60-Jährigen. Lieber weniger wichtige Dinge erledigen 45 Prozent der 18- bis 34-Jährigen, 29 Prozent der 35- bis 59-Jährigen und 27 Prozent der ab 60-Jährigen.

Auch beim Gefühl der Überforderung mit der Organisation zeigen sich Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Bei vielen Aufgaben fühlen sich 30 Prozent der 18- bis 34-Jährigen oft überfordert, unter den 35- bis 59-Jährigen sind es 19 Prozent und unter den ab 60-Jährigen 18 Prozent. Oft unorganisiert sind 20 Prozent der 18- bis 34-Jährigen, 17 Prozent der 35- bis 59-Jährigen und 12 Prozent der ab 60-Jährigen.

Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit

Befragte, die ihren psychischen Gesundheitszustand als nur zufriedenstellend, schlecht oder sehr schlecht bezeichnen, neigen eher zu Prokrastination als Befragte mit sehr gutem oder gutem psychischem Gesundheitszustand. Von denen, die ihre eigene psychische Gesundheit als nicht gut bezeichnen, ertappen sich 61 Prozent oft dabei, Aufgaben aufzuschieben, bei denjenigen mit einer guten psychischen Gesundheit sind es 41 Prozent.

Und wie sieht es generell mit der psychischen und körperlichen Gesundheit aus?

60 Prozent der Befragten bezeichnen ihren psychischen Gesundheitszustand als sehr gut oder gut. 29 Prozent halten ihn für zufriedenstellend und 11 Prozent für schlecht oder sehr schlecht. Bei den 18- bis 34-Jährigen bewerten 58 Prozent ihren psychischen Gesundheitszustand als sehr gut oder gut, bei den 35- bis 59-Jährigen sind es 59 Prozent, bei den ab 60-Jährigen 63 Prozent.

Deutlich anders ist das Bild nach Altersgruppen bei der körperlichen Gesundheit. Zunächst die Werte insgesamt. Insgesamt bezeichnen 50 Prozent der Befragten ihren körperlichen Gesundheitszustand als sehr gut oder gut. 41 Prozent halten ihn für zufriedenstellend, 9 Prozent für schlecht oder sehr schlecht. Von den 18- bis 34-Jährigen bezeichnen 66 Prozent ihren körperlichen Gesundheitszustand als sehr gut oder gut, bei den 35- bis 59-Jährigen sind es 50 Prozent und bei den ab 60-Jährigen 41 Prozent.

Gesundheitsbewusstsein und Gesundheitsverhalten

81 Prozent der Befragten halten sich auf jeden Fall oder eher für gesundheitsbewusst, 18 Prozent eher nicht oder auf keinen Fall. Um fit und gesund zu bleiben, achten 72 Prozent laut eigenen Angaben auf eine gesunde Ernährung. 61 Prozent nehmen regelmäßig ärztliche Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch und 58 Prozent treiben regelmäßig Sport. 36 Prozent nehmen Nahrungsergänzungsmittel ein, 26 Prozent vermeiden Stress oder nutzen Entspannungstechniken.

Methodik

Für die repräsentative Umfrage zum Thema Prokrastination im Auftrag der hkk Krankenkasse hat forsa 1.002 Personen ab 18 Jahren bundesweit befragt. Die Erhebung fand als Online-Befragung im Onlinepanel forsa.omninet statt. Das Panel wird offline im Rahmen der täglichen telefonischen Mehrthemenumfrage von forsa rekrutiert. Die Befragung lief vom 2. bis 9. Juli 2026.

Bild von Magnific