Ausbildungsperspektiven 2025: Gutes Image, aber fehlende Anerkennung
Einschätzungen, Erfahrungen und Erwartungen junger Menschen in Deutschland
Berlin, den 20. Novemeber 2025 – Wie blicken Jugendliche auf Ausbildung, Studium und berufliche Zukunft? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Studie „Ausbildungsperspektiven 2025“ der Bertelsmann Stiftung.

Die Berufsausbildung genießt bei jungen Menschen zwischen 14- bis 25-Jahre ein hohes Ansehen, so die Studie der Bertelsmann Stiftung. 86 Prozent der Befragten sehen in ihr eine gute Basis für eine berufliche Karriere. 69 Prozent glauben, dass man sich mit einem Ausbildungsberuf ein gutes Leben leisten kann. Gleichzeitig kritisieren 51 Prozent, dass die duale Ausbildung in der Gesellschaft zu wenig Wertschätzung erfährt.
Ausbildung bleibt beliebteste Bildungsoption
Die Ausbildung ist für viele Jugendliche der bevorzugte Weg nach der Schule. 43 Prozent der Befragten geben an, dass sie auf jeden Fall eine Ausbildung machen wollen, 45 Prozent sind noch unentschlossen. Ein Studium streben 40 Prozent sicher an, während 19 Prozent direkt ins Arbeitsleben starten möchten.
Deutliche Unterschiede nach Schulbildung
Die Schulausbildung hat einen starken Einfluss auf die Zukunftspläne. 87 Prozent der Jugendlichen mit niedriger Schulbildung wollen auf jeden Fall eine Ausbildung beginnen, bei höherer Schulbildung sind es nur 21 Prozent. Umgekehrt planen 56 Prozent der Jugendlichen mit (Fach-)Abitur ein Studium, während dies nur für 15 Prozent der Befragten mit mittlerer oder niedriger Schulbildung gilt. Besorgniserregend:12 Prozent der Jugendlichen mit niedriger Schulbildung glauben nicht, dass sie einen Ausbildungsplatz finden werden, weitere 23 Prozent sind sich unsicher.
Methodik
Die Studie „Ausbildungsperspektiven 2025“ basiert auf einer Befragung von 1.755 jungen Menschen in Deutschland im Alter von 14 bis 25 Jahren. 1.498 Befragte wurden online über Access-Panels erreicht, 257 Interviews persönlich vor Ort (Face-to-Face) Die Stichprobe wurde nach Schulbildung gewichtet und nach Alter, Geschlecht, Schulabschluss, Bundesland und Gemeindegröße quotiert, um die statistische Repräsentativität sicherzustellen. Die Befragung erfolgte mittels standardisiertem Fragebogen. Der Erhebungszeitraum war der 7. März bis 14. April 2025. Die Grundgesamtheit umfasst rund 9,68 Millionen 14- bis 25-Jährige in deutschen Privathaushalten, davon 8,35 Millionen in West- und 1,34 Millionen in Ostdeutschland. Im Rahmen der Studie wurden auch viele junge Personen befragt, die noch zur Schule gehen und daher noch keinen endgültigen Schulabschluss haben. Die Variable „Bildungsniveau“ fasst daher sowohl den angestrebten Abschluss der Schüler:innen als auch den höchsten erreichten Abschluss der Nicht-Schüler:innen zusammen. Das Bildungsniveau entspricht somit nur für Nicht-Schüler:innen dem tatsächlichen Abschluss; bei Schüler:innen wird der angestrebte Abschluss berücksichtigt.
Die Kodierung der Bildungsniveaus erfolgt wie folgt:
- Hohe Schulbildung: Schüler:innen, die ein (Fach)Abitur anstreben, sowie Nicht-Schüler:innen mit (Fach)Abitur oder Hochschulabschluss.
- Mittlere Schulbildung: Schüler:innen, die einen Realschulabschluss anstreben, sowie Nicht-Schüler:innen mit Realschulabschluss / Mittlerer Schulabschluss.
- Niedrige Schulbildung: Schüler:innen, die einen Hauptschulabschluss anstreben, sowie Nicht-Schüler:innen ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss / Berufsreife / Berufsbildungsreife.
Weitere Infos hier: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/ausbildungsperspektiven-2025
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