Ausbildungsperspektiven 2025
Berufswahl unter jungen Menschen: Orientierung, Hindernisse und Unterstützung
Berlin, den 21. November 2025 – Wie blicken Jugendliche auf Ausbildung, Studium und berufliche Zukunft? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Studie „Ausbildungsperspektiven 2025“ der Bertelsmann Stiftung.

Unzureichende berufliche Orientierung
12 Prozent der Befragten zwischen 14- bis 25-Jahre fühlen sich ungenügend auf ihre Berufswahl vorbereitet. Nur 33 Prozent finden, dass es ausreichend Informationen gibt und sie sich darin gut zurechtfinden. 51 Prozent der Befragten kritisieren, dass es zwar viele Informationen gebe, diese aber zu unübersichtlich seien. Immerhin 42 Prozent fühlen sich von ihrer Schule gut über Ausbildungsberufe informiert. Besonders wichtig sind für Jugendliche praktische Erfahrungen, wobei 70 Prozent Praktika als bedeutendste Informationsquelle, 51 Prozent Betriebsbesichtigungen und 49 Prozent persönliche Beratung nennen.
Online-Suche dominiert Ausbildungsmarkt
Bei der Suche nach Ausbildungsplätzen setzen junge Menschen vor allem auf digitale Wege. 80 Prozent suchen über Online-Stellenanzeigen, 49 Prozent nutzen die Bundesagentur für Arbeit, 37 Prozent greifen auf Zeitungen oder Aushänge zurück und 31 Prozent auf Social Media. Die allgemeine Lage am Ausbildungsmarkt wird optimistisch eingeschätzt. 62 Prozent der Befragten halten das Angebot an Ausbildungsplätzen für ausreichend oder sogar zu groß halten. Nur 25 Prozent sehen zu wenige Plätze. Jugendliche Schüler*innen, die einen Hauptschulabschluss anstreben, sowie Nicht-Schüler*innen ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss / Berufsreife / Berufsbildungsreife blicken deutlich pessimistischer. Nur 53 Prozent sind sich sicher, einen Platz zu finden, verglichen mit 66 Prozent bei Schüler*innen, die ein (Fach)Abitur anstreben, sowie Nicht-Schüler*innen mit (Fach)Abitur oder Hochschulabschluss.
Hürden und Barrieren bei der Ausbildung
Trotz des positiven Images sehen viele Jugendliche erhebliche Hindernisse. 48 Prozent finden die Ausbildungsvergütung zu gering, 43 Prozent fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet und ebenso viele sagen, sie seien zu wenig über Ausbildungsberufe informiert. 37 Prozent nennen ein unzureichendes Angebot an Ausbildungsplätzen in dem von ihnen gewünschten Bereich. 26 Prozent möchten lieber direkt arbeiten.
Unterstützung – Eltern wichtigste Anlaufstelle
Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind vor allem die Eltern eine zentrale Stütze. 77 Prozent der Befragten erhielten Hilfe von ihnen. 40 Prozent wurden von Freund*innen unterstützt, 38 Prozent von Lehrkräften und 30 Prozent von der Arbeitsagentur. Trotzdem wünschen sich 37 Prozent der Jugendlichen mehr Unterstützung, unter den Schüler*innen, die ein (Fach)Abitur anstreben, sowie Nicht-Schüler*innen mit (Fach)Abitur oder Hochschulabschluss sogar 46 Prozent. Besonders gefragt sind persönliche Beratungsangebote: 49 Prozent wünschen sich eine direkte Begleitung durch Expert*innen außerhalb der Schule.
Methodik
Die Studie „Ausbildungsperspektiven 2025“ basiert auf einer Befragung von 1.755 jungen Menschen in Deutschland im Alter von 14 bis 25 Jahren. 1.498 Befragte wurden online über Access-Panels erreicht, 257 Interviews persönlich vor Ort (Face-to-Face) Die Stichprobe wurde nach Schulbildung gewichtet und nach Alter, Geschlecht, Schulabschluss, Bundesland und Gemeindegröße quotiert, um die statistische Repräsentativität sicherzustellen. Die Befragung erfolgte mittels standardisiertem Fragebogen. Der Erhebungszeitraum war der 7. März bis 14. April 2025. Die Grundgesamtheit umfasst rund 9,68 Millionen 14- bis 25-Jährige in deutschen Privathaushalten, davon 8,35 Millionen in West- und 1,34 Millionen in Ostdeutschland. Im Rahmen der Studie wurden auch viele junge Personen befragt, die noch zur Schule gehen und daher noch keinen endgültigen Schulabschluss haben. Die Variable „Bildungsniveau“ fasst daher sowohl den angestrebten Abschluss der Schüler*innen als auch den höchsten erreichten Abschluss der Nicht-Schüler*innen zusammen. Das Bildungsniveau entspricht somit nur für Nicht-Schüler*innen dem tatsächlichen Abschluss; bei Schüler*innen wird der angestrebte Abschluss berücksichtigt.
Die Kodierung der Bildungsniveaus erfolgt wie folgt:
- Hohe Schulbildung: Schüler*innen, die ein (Fach)Abitur anstreben, sowie Nicht-Schüler*innen mit (Fach)Abitur oder Hochschulabschluss.
- Mittlere Schulbildung: Schüler*innen, die einen Realschulabschluss anstreben, sowie Nicht-Schüler:innen mit Realschulabschluss / Mittlerer Schulabschluss.
- Niedrige Schulbildung: Schüler*innen, die einen Hauptschulabschluss anstreben, sowie Nicht-Schüler*innen ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss / Berufsreife / Berufsbildungsreife.
Weitere Infos hier: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/ausbildungsperspektiven-2025
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