Problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland 2024
Gaming, Social Media und Streaming bleiben auf hohem Niveau
Berlin, 15. August 2025 – Die DAK Mediensucht-Studie 2024 hat das Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland untersucht. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Gaming, soziale Medien, Video-Streaming sowie deren mögliche problematische oder pathologische Nutzung.

Nutzungsdauer von Medien
10- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche in Deutschland verbringen im Herbst 2024 werktags durchschnittlich 105 Minuten und am Wochenende 171 Minuten täglich mit Gaming. Für soziale Medien betrug die Nutzungsdauer werktags 157 Minuten und am Wochenende 227 Minuten. Video-Streaming-Dienste wurden werktags im Schnitt 93 Minuten und am Wochenende 145 Minuten konsumiert.
Gaming
Die pathologische Nutzung (die Mediennutzung ist so stark und unkontrolliert ist, dass sie den Kriterien einer psychischen Störung wie bei einer Sucht entspricht) digitaler Spiele liegt 2024 bei 3,4 Prozent und nähert sich damit dem Wert vor der Coronapandemie (2019 von 2,7 Prozent an. Mehr als 700.000 Kinder und Jugendliche zeigen problematische Nutzungsmuster (Problematische Nutzungsmuster bedeuten laut DAK-Studie, dass Kinder oder Jugendliche soziale Medien so häufig und intensiv nutzen, dass bereits erste negative Folgen im Alltag auftreten, ohne dass jedoch alle Kriterien einer Sucht erfüllt sind). Jungen sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Die tägliche Nutzung bei den Mädchen 2024 liegt bei 23 Prozent und bei Jungen 45 Prozent.
Soziale Medien
Mehr als 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche weisen problematische Nutzungsmuster auf. Rund jedes vierte Kind im Alter zwischen 10 und 17 Jahren ist laut Studie betroffen. Im Herbst 2024 nutzten 94 Prozent der befragten Mädchen soziale Medien mindestens einmal pro Woche, 71 Prozent sogar täglich. Bei den Jungen lagen die Werte mit 90 Prozent regelmäßiger (d.h. mindestens einmal wöchentlich) und 69 Prozent täglicher Nutzung ähnlich hoch. Unter der Woche verbrachten Jugendliche durchschnittlich 157 Minuten pro Tag in sozialen Netzwerken, am Wochenende 227 Minuten – leicht mehr als im Vorjahr (2023: 150 bzw. 224 Minuten). Damit liegen die Nutzungszeiten weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie (2019: 123 bzw. 191 Minuten).
Video-Streaming
Jeweils 92 Prozent der befragten Mädchen und Jungen berichteten, regelmäßig (d.h. mindestens einmal wöchentlich)Video-Streaming-Dienste zu verwenden. Tägliches Streaming gaben 39 Prozent der Mädchen und 42 Prozent der Jungen an. Im Herbst 2024 wiesen 13,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen ein Nutzungsverhalten bei Video-Streaming-Diensten auf, das als riskant eingestuft werden kann. Riskante Nutzung bezeichnet ein Verhalten mit erhöhtem Gesundheitsrisiko, etwa übermäßige Streaming-Dauer, Vernachlässigung anderer Aktivitäten oder auffälliges Verhalten, ohne bereits süchtige Merkmale.
Phubbing
Phubbing ist eine Wortschöpfung aus Phone (Telefon) und Snubbing (jemanden brüskieren oder ignorieren). Es beschreibt das Verhalten, in einer sozialen Situation das Smartphone zu benutzen und dadurch sein Gegenüber zu vernachlässigen oder zu ignorieren. 29,2 Prozent der 10- bis 17-Jährigen und 35,2 Prozent der Eltern fühlen sich laut Studie durch die Smartphone-Nutzung ihres Gegenübers ignoriert.
Methodik
Bei der Längsschnittstudie handelt es sich um eine Online-Befragung, die durch das Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt wird. Befragt werden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren und jeweils ein Elternteil. Zu jeder Erhebungswelle werden einerseits die Familien kontaktiert, die bereits an vorherigen Wellen teilgenommen haben, andererseits aber auch neue Familien befragt, um die Repräsentativität der Stichprobe für die 10- bis 17-Jährigen zu gewährleisten. Durch die Wiederholungsbefragung sind einige Kinder und Jugendliche bereits älter als 17 Jahre, diese werden in den repräsentativen Trendergebnissen nicht mitberücksichtigt. In der siebten Erhebungswelle umfasste die Repräsentativstichprobe 1.008 befragte Familien. Der Erhebungszeitraum war 24. September bis 14. Oktober 2024.
Weitere Infos hier: https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/dak-studie-mediensucht-2024_91442#rtf-anchor-auf-einen-blick-zentrale-ergebnisse-der-siebten-befragungswelle
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