Zwischen Optimismus und Sorge
Mehrheit blickt zuversichtlich auf 2026: Wirtschaftliche und politische Unsicherheiten bleiben
Berlin, den 7. Januar 2025 – Die aktuelle Ipsos-Prognoseumfrage 2026 zeigt ein gemischtes Stimmungsbild: Während eine deutliche Mehrheit der Menschen weltweit optimistisch auf das kommende Jahr blickt, bestehen gleichzeitig Sorgen über Wirtschaft, Sicherheit und politische Stabilität. Die repräsentative Umfrage wurde in 30 Ländern durchgeführt und gibt Einblick in Erwartungen, Ängste und persönliche Pläne für das Jahr 2026.

Mehrheit erwartet ein besseres Jahr
Der Ausblick auf 2026 ist insgesamt positiv. 71 Prozent der Befragten glauben, dass das kommende Jahr besser sein wird als 2025. Gleichzeitig sind 29 Prozent skeptisch und erwarten keine Verbesserung. Besonders zurückhaltend zeigen sich die Menschen in Frankreich, wo nur 41 Prozent optimistisch auf das nächste Jahr blicken. Der Optimismus ist vor dem Hintergrund eines schwierigen Vorjahres bemerkenswert, denn 66 Prozent der Befragten geben an, dass 2025 ein schlechtes Jahr für ihr Land war. Jede*r Zweite (50 %) empfand das vergangene Jahr auch persönlich als negativ für sich und die eigene Familie.
Wirtschaftliche Erwartungen bleiben gespalten
Die Einschätzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung gehen deutlich auseinander. 49 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich die Weltwirtschaft im Jahr 2026 verbessern wird, während 51 Prozent nicht mit einer positiven Entwicklung rechnen. Auch beim persönlichen Einkommen herrscht Unsicherheit: 47 Prozent glauben, 2026 mehr verfügbares Einkommen zu haben, während 43 Prozent nicht davon ausgehen, finanziell besser dazustehen. Zusätzlich rechnen 38 Prozent mit einem Einbruch der weltweiten Aktienmärkte, während 39 Prozent dies für unwahrscheinlich halten.
Politische Spannungen und Sicherheitsbedenken
Neben wirtschaftlichen Sorgen prägen politische und gesellschaftliche Ängste die Erwartungen für 2026. 59 Prozent der Befragten rechnen mit Protesten oder großflächigen Unruhen gegen die Art und Weise der Regierungsführung in ihrem Land. Zudem erwarten 46 Prozent, dass die öffentliche Sicherheit in ihrer Region im kommenden Jahr abnehmen wird. Der Krieg in der Ukraine bleibt ebenfalls ein Unsicherheitsfaktor, denn nur 29 Prozent der Befragten glauben, dass der Konflikt im Jahr 2026 enden wird.
Klimasorgen weiterhin groß
Die Mehrheit der Menschen rechnet auch im kommenden Jahr mit den Folgen des Klimawandels. 78 Prozent erwarten steigende globale Durchschnittstemperaturen, und 69 Prozent gehen davon aus, dass es in ihrem Land mehr extreme Wetterereignisse geben wird. Gleichzeitig glauben 48 Prozent, dass ihre Regierung ambitioniertere Maßnahmen zur Reduzierung von CO₂-Emissionen ergreifen wird, während im Vorjahr noch 52 Prozent davon überzeugt waren.
Künstliche Intelligenz und gesellschaftlicher Wandel
Der technologische Wandel sorgt für gemischte Erwartungen. 67 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass künstliche Intelligenz in ihrem Land zu einem deutlichen Verlust von Arbeitsplätzen führen wird. Gleichzeitig erwarten 43 Prozent, dass KI neue Arbeitsplätze schaffen kann. Die Sorge um Arbeitsplatzverluste durch KI ist damit weiterhin hoch. Auch demografische Entwicklungen beschäftigen viele Menschen. 40 Prozent rechnen mit einem Rückgang der Bevölkerungszahl in ihrem Land, während 62 Prozent davon ausgehen, dass die Einwanderung zunehmen wird.
Persönliche Pläne: Nähe, Bewegung und Selbstoptimierung
Trotz globaler Unsicherheiten richten viele Menschen den Blick auf persönliche Ziele. 82 Prozent planen, 2026 mehr Zeit mit Familie und Freund*innen zu verbringen. Zudem möchten 75 Prozent im kommenden Jahr mehr Sport treiben als 2025. Besonders hoch ist die Motivation bei Frauen der Generation Z, von denen 81 Prozent mehr Bewegung planen. Auch das eigene Erscheinungsbild spielt für viele eine Rolle. 60 Prozent geben an, 2026 mehr Zeit für ihr Aussehen aufwenden zu wollen. Gleichzeitig planen 37 Prozent, soziale Medien weniger zu nutzen, während 53 Prozent nicht mit einer Reduzierung ihrer Online-Zeit rechnen. Darüber hinaus möchten 59 Prozent die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 verfolgen.
Methodik
Grundlage der Ergebnisse ist eine internationale Umfrage von Ipsos in 30 Ländern. Befragt wurden insgesamt 23.642 Erwachsene im Zeitraum vom 24. Oktober bis 7. November 2025. Die Erhebung erfolgte über die Online-Plattform Global Advisor sowie in Indien über IndiaBus. Die Altersgruppen variieren je nach Land zwischen 16 und 74 Jahren.
Weitere Infos hier:https://www.ipsos.com/de-at/ipsos-prognoseumfrage-2026
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